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  MASABO M 11 A Kultursensibilität in der Sozialen Arbeit (geöffnet aus BASA M7) (SABO/ M11)

Dozent/in
Mohammed Assila

Angaben
Seminar, 2 SWS
Zeit und Ort: Do 14:00 - 15:30, 134 (außer Do 14.5.2026, Do 21.5.2026, Do 4.6.2026, Do 25.6.2026); Bemerkung zu Zeit und Ort: Ausfall in der Projektwoche (18.05.-22.05.2026)
vom 16.4.2026 bis zum 9.7.2026

Lernziele / Kompetenzen
1. Vertieftes Verständnis kultursensibler Theorien:
Die Studierenden erwerben ein fundiertes Verständnis zentraler theoretischer Modelle kultureller Sensibilität und deren Bedeutung für professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit.

2. Interkulturelle und sprachsensible Kommunikationskompetenz:
Sie entwickeln Fähigkeiten zur interkulturellen, sprachsensiblen und konfliktbewussten Kommunikation in Beratungs- und Interaktionssituationen.

3. Selbstreflexion und professionelle Haltung:
Die Studierenden reflektieren eigene kulturelle Prägungen, normative Orientierungen und professionelle Rollenbilder und erweitern ihre Ambiguitätstoleranz.

4. Anwendung kultursensibler Methoden:
Sie wenden kultursensible Methoden sicher an, einschließlich Fallanalyse, Gesprächsführung und methodischer Interventionen in unterschiedlichen Praxisfeldern.

5. Inklusion, Diversität und Antidiskriminierung:
Die Studierenden fördern Inklusion, Teilhabe und Chancengleichheit und sind in der Lage, strukturelle Diskriminierung zu erkennen und professionell darauf zu reagieren.

6. Rechtliche und institutionelle Rahmen:
Sie erwerben grundlegende Kenntnisse relevanter rechtlicher Rahmenbedingungen (z. B. SGB VIII, Asylrecht, Kinderschutz) und beziehen diese in ihre kultursensible Praxis ein.

7. Team- und Organisationskompetenz:
Die Studierenden entwickeln die Fähigkeit, kultursensible Perspektiven in multiprofessionelle Teams einzubringen und diversitätsorientierte Organisationsprozesse aktiv mitzugestalten.

8. Transkulturelle und diversitätsorientierte Ansätze:
Sie kennen Konzepte transkultureller und diversitätsorientierter Sozialer Arbeit und können diese in Fallarbeit und organisationsbezogene Kontexte übertragen.

9. Umgang mit kultureller Komplexität:
Die Studierenden erweitern ihre Fähigkeit, mit kultureller Vielfalt, Ambiguität, Spannungen und Missverständnissen konstruktiv und professionell umzugehen.

10. Wissenschaftlich-reflexive Kompetenz:
Sie analysieren empirische Erkenntnisse kritisch und integrieren wissenschaftliche Befunde reflektiert in ihr eigenes professionelles Handeln.

Lehrinhalte
1. Einführung in die kultursensible Soziale Arbeit
– Definitionen, Grundbegriffe, geschichtlicher Hintergrund
– Kultur, Identität, Diversität, Differenz
– Kultursensibilität als professionelle Haltung

2. Kulturelle Vielfalt & Kompetenzentwicklung
– Kulturbegriffe und Bedeutung für die Praxis
– Interkulturelle und transkulturelle Kompetenz
– Selbstreflexion: Prägungen, Werte, Normen
– Stereotype, Vorurteile, Othering

3. Kommunikation in der kultursensiblen Sozialarbeit
– Grundlagen kultursensibler Kommunikation
– Modelle: Eisbergmodell, Vier-Seiten-Modell
– Kommunikationsbarrieren, Mehrsprachigkeit
– Empathie, aktives Zuhören, Perspektivwechsel
– Herausforderungen und Grenzen kultursensibler Kommunikation

4. Spezifische Ansätze & Methoden
– Kulturdimensionen (z. B. Hofstede, Hall)
– Transkulturelle und diversitätsorientierte Ansätze
– Fallanalyse und kultursensibles Fallverstehen
– Methodische Interventionen in verschiedenen Praxisfeldern
– Reflexions- und Analyseinstrumente (z. B. Critical Incidents)

5. Interkulturelle & transkulturelle Kompetenz
– Unterschiede & Schnittmengen
– Umgang mit Vielfalt, Differenz, Gemeinsamkeit
– Ambiguitätstoleranz und kulturelle Komplexität
– Migrationserfahrung & Mehrsprachigkeit

6. Migrationsgesellschaft & gesellschaftliche Rahmenbedingungen
– Sozialer Wandel, Globalisierung, demografischer Wandel
– Migration als Normalfall moderner Gesellschaft
– Lebenslagen von Menschen mit Migrationserfahrung
– Strukturelle Diskriminierung und Machtverhältnisse

7. Rechtliche & institutionelle Rahmenbedingungen
– Grundlagen des Sozialrechts (SGB VIII etc.)
– Asyl- und Aufenthaltsrecht
– Kinderschutz und Schutzkonzepte
– Grenzen & Handlungsspielräume der Sozialen Arbeit

8. Interdisziplinäre Zusammenarbeit & Netzwerkarbeit
– Kooperation mit Schulen, Jugendämtern, Gesundheitswesen
– Rolle von Netzwerken in interkulturellen Kontexten
– Multiprofessionelle Teams, kultursensible Kooperation
– Rollenklärung und Kommunikation im Team

Notwendige Voraussetzungen
1. Offenheit und respektvolle Haltung
2. Reflexionsfähigkeit
3. Geduld und Ausdauer
4. Grundkenntnisse der Sozialen Arbeit
5. Interkulturelle Sensibilität
6. Konflikt- und Kommunikationskompetenz
7. Ethisches und werteorientiertes Handeln
8. Gerechtigkeits- und Chancengleichheitssinn

Literatur und Links zur Vor- und Nachbereitung
1. Hans-Uwe Otto, Hans Thiersch (Hrsg.): Handbuch Soziale Arbeit. Grundlagen der Sozialarbeit und Sozialpädagogik.
2. Peter Hammerschmidt, Sascha Weber, Bernd Seidenstücker: Soziale Arbeit – die Geschichte.
3. https://digitalcollection.zhaw.ch/bitstream/11475/25236/1/BA_Johnson_Lynn_Darley_HS21_06.22.pdf
4. Bernstein, J. & Inowlocki, L. (2015). Soziale Ungleichheit, Stereotype, Vorurteile, Diskriminierung. In B. Bretländer, M. Köttig & T. Kunz (Hrsg), Vielfalt und Differenz in der Sozialen Arbeit: Perspektiven auf Inklusion (S. 15–26) [PDF]. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH

Methodische Anmerkungen
Die Lehrveranstaltung kombiniert verschiedene didaktische Ansätze, um theoretische Inhalte mit praxisorientierten und reflexiven Lernprozessen zu verknüpfen:

1. Vorlesungen und interaktive Seminare: Einführung und Vermittlung theoretischer Grundlagen sowie gemeinsame Diskussion zentraler Konzepte kultursensibler Sozialarbeit.
2. Gruppenarbeiten: Kooperative Bearbeitung von Aufgabenstellungen, Austausch unterschiedlicher Perspektiven und Entwicklung gemeinsamer Lösungsansätze.
3. Workshops und praktische Übungen: Rollenspiele, simulationsbasierte Methoden und angewandte Übungen zur Förderung interkultureller Kommunikations- und Handlungskompetenzen.
4. Fallbasiertes Lernen: Analyse realitätsnaher Fallbeispiele zur Anwendung theoretischer Modelle und zur Entwicklung professioneller Deutungs- und Handlungskompetenzen.
5. Problembasiertes Lernen (PBL): Bearbeitung komplexer Fragestellungen aus der Praxis der Sozialen Arbeit in selbstorganisierten Kleingruppen.
6. Reflexionsmethoden: Einsatz selbstreflexiver Verfahren (z. B. Lerntagebücher, Einzelreflexionen, kollegiale Fallberatung) zur Förderung der professionellen Haltung und Selbstwahrnehmung.
7. Evaluation und Feedback: Kontinuierliche Rückmeldungen durch Lehrende und Studierende zur Qualitätssicherung und zur individuellen Lernentwicklung.
8. Hausarbeiten und Präsentationen: Einzel- oder Gruppenarbeiten zu ausgewählten Themen, inklusive Präsentation und Diskussion der Ergebnisse im Seminar.

Zusätzliche Informationen
Erwartete Teilnehmerzahl: 5

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